(Stand: Dezember 1998, beschlossen auf der Sonderkonferenz in Düsseldorf)

Einführung

Die Arbeiterwohlfahrt ist unter den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege auf Grund ihrer Geschichte und ihres gesellschaftspolitischen Selbstverständnisses ein Wohlfahrtsver- band mit besonderer Prägung. In ihr haben sich Frauen, Männer und junge Menschen als Mitglieder und als ehren- und hauptamtlich Tätige zusammengefunden, um in unserer Ge- sellschaft bei der Bewältigung sozialer Probleme und Aufgaben mitzuwirken und um den demokratischen, sozialen Rechtsstaat zu verwirklichen.

Die politischen Veränderungen in der Welt, vor allem die Öffnung der Grenzen nach Ost- europa, die wieder gewonnene deutsche Einheit und der europäische Einigungsprozess sind Anlass, das seit 1987 geltende Grundsatzprogramm der Arbeiterwohlfahrt neu zu gestalten. Damit sollen die Identität der Arbeiterwohlfahrt und die Gemeinsamkeit der in ihr wirkenden Menschen und Einrichtungen gestärkt werden. Neben einer zeitgemäßen Standortbestimmung will das Grundsatzprogramm zum kritischen Dialog in Staat und Ge- sellschaft beitragen und die innerverbandliche Diskussion fördern.

Es gibt erhebliche Umbrüche in unserem Lande, und der spürbare Veränderungsprozess hat viele der vertrauten Strukturen verändert - in der Familie, in den sozialen Bindungen zwischen Alt und Jung, Frauen und Männern, in der Arbeitswelt und in der Freizeit. Viele dieser Entwicklungen sind durch die Einflüsse moderner Technik ausgelöst und beschleu- nigt worden und können bestimmen weitgehend unser Leben. Sie führen auch zu Ängsten und Belastungen, bei deren Bewältigung und Überwindung die Menschen Hilfe benötigen.

Auch die gesamtdeutsche Entwicklung ist nicht frei von Schwierigkeiten für Menschen und ihre Lebensbedingungen. Vor allem sind die neuen Länder wegen ihrer historisch begrün- deten unterschiedlichen Entwicklung davon betroffen. Die hierfür erforderlichen Hilfen stel- len noch für viele Jahre eine besondere Aufgabe und Herausforderung für die gesamte Gesellschaft dar.

Durch eine falsche Politik hat sich in den 90er Jahren eine Finanzkrise der öffentlichen Hände aufgebaut, die negative Folgewirkungen auf die sozialen Dienstleistungen und die sozialen Sicherungssysteme hat. Schrittweise wurde die soziale Sicherung für viele Men- schen verringert, zugleich sind dem System marktwirtschaftliche Prinzipien verordnet wor- den, die dem Anspruch auf solidarisches Verhalten nicht gerecht wurden.

Begleitet von Harmonisierungsbestrebungen im europäischen Einigungswerk nimmt der sozialpolitische Veränderungsprozess gravierende unsolidarische Formen an. Die Arbei- terwohlfahrt wird diesen Vorgängen nicht tatenlos zusehen, sondern aktiv darauf hinwir- ken, dass soziale Gerechtigkeit und Solidarität Kernpunkte des Handelns im Sozialstaat sind.

In Zusammenarbeit mit anderen verantwortungsbewusst arbeitenden Gruppen und Orga- nisationen wird die Arbeiterwohlfahrt notwendige Reformprozesse mitgestalten, um die  sozialen Aufgaben auch für die Zukunft tragfähig zu halten. Dabei wird eine Reihe von Fragen geklärt werden müssen, die für die gesellschaftlichen wie für die innerverbandli- chen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung sind. Dazu gehören die Organisati- ons- und Rechtsstrukturen des Verbandes ebenso wie die effiziente Gestaltung und Ab- grenzung der ehren- und hauptamtlichen Arbeit, die Antworten auf die gesellschaftspoliti- schen Veränderungen und Reformen sowie die Zusammenarbeit mit anderen Partnern in der nationalen und internationalen sozialen Arbeit. Die Freie Wohlfahrtspflege muss sich durch eine nachhaltige Modernisierung ihrer Strukturen als unverwechselbarer, Wert ge- bundener und nicht Gewinn orientierter Anbieter kompetenter sozialer Dienstleistungen profilieren.

Es bleibt die Verantwortung von Politik und Staat, sozialstaatliche Aufgaben zu erfüllen und dazu auch die Vorrangstellung für einen frei-gemeinnützigen dritten Sektor zu erhalten und seine Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln.

Trotz notwendiger Veränderungen im Hinblick auf wirksame Hilfestrukturen und Kosten bewusstes Handelns dürfen soziale Dienstleistungen nicht dem freien Spiel von marktwirt- schaftlichen Kräften preisgegeben werden. Sie haben sowohl hohen fachlichen Qualitäts- standards als auch unseren eigenen Wertmaßstäben gegenüber hilfe- und Unterstützung suchenden Menschen zu entsprechen. Soziale Kälte und kommerzieller Konkurrenzkampf dürfen die soziale Arbeit nicht prägen. Dennoch sind soziale Dienstleistungsangebote auch betriebswirtschaftlich zu gestalten. Darauf müssen sich die Verantwortlichen im Ver- band einstellen.

Zugleich legt dieses Grundsatzprogramm fest, dass die Strukturen des Mitgliederverban- des im wesentlichen erhalten bleiben und wie bisher auf der Basis des Vereinsrechts or- ganisiert werden.

Es bleibt somit bei der "Verbandslösung", das heißt, die verbands-demokratisch struktu- rierten Gliederungen der Arbeiterwohlfahrt sind die Entscheidungsträger für die innerver- bandliche ebenso wie für die unternehmerische Arbeit. Der Vereinsvorstand ist verantwort- lich für beide Aufgabenbereiche.

Neben der bisherigen Möglichkeit, die hauptamtliche Geschäftsführung als besonderen Vertreter des Vereins für bestimmte (personelle, wirtschaftliche und verwaltungsmäßige) Aufgabenbereiche zu bestellen, wird in diesem Grundsatzprogramm eine weitere zu- kunftsweisende Alternative vorgestellt. Mit ihr soll die haftungsrechtliche Verantwortung des Vorstands geregelt werden, indem die ehrenamtlichen Vorstände für die ihnen zuge- ordneten Aufgaben innerhalb des Mitgliedervereins und sozialpolitischen Interessenver- bandes zuständig sind, während das geschäftsführende hauptamtliche Vorstandsmitglied in vollem Umfang für den ihm zur alleinigen Entscheidung übertragenen Bereich haftet.

Damit wird die Arbeit ehrenamtlicher Vorstandsmitglieder zwar nicht von der Grundver- antwortung befreit, aber von der Mitverantwortung bei den laufenden Geschäftsaufgaben entlastet.

Mit einer Modernisierung ihrer Verbandsstrukturen will die Arbeiterwohlfahrt soziales En- gagement und solidarisches Miteinander beleben und ihre sozialen Dienstleistungen quali- tätsbewusst weiterentwickeln. Das neue Grundsatzprogramm soll dazu Richtschnur sein und zugleich ein anschauliches Bild von den Gesellschaft gestaltenden Absichten der Ar- beiterwohlfahrt vermitteln.

 

Leitsätze und Leitbild

Die Leitsätze sind die Kernthesen des Leitbildes. Leitsätze und Leitbild sind Grundlage für das Handeln in der Arbeiterwohlfahrt. Sie kennzeichnen Ziele, Aufgabenverständnis und Methoden unserer Arbeit. Sie ermöglichen es uns, über unsere Tätigkeit zu diskutieren, sie kritisch zu hinterfragen und daraus notwendige Konsequenzen zu ziehen. Leitsätze und Leitbild gelten für Mitgliederverband und Unternehmensbereich gleichermaßen. Sie sind Orientierung für die Mitglieder, für die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für das Jugendwerk.

Unsere Leitsätze

Die Arbeiterwohlfahrt kämpft mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienst- leistungen für eine sozial gerechte Gesellschaft.

  • Wir bestimmen - vor unserem geschichtlichen Hintergrund als Teil der Arbeiterbe- wegung - unser Handeln durch die Werte des freiheitlich-demokratischen Sozialis- mus: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und
  • Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte Gesellschaft kämpft und politisch Einfluss Dieses Ziel verfolgen wir mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen.
  • Wir fördern demokratisches und soziales Denken und Wir haben gesell- schaftliche Visionen.
  • Wir unterstützen Menschen, ihr Leben eigenständig und verantwortlich zu gestalten und fördern alternative
  • Wir praktizieren Solidarität und stärken die Verantwortung der Menschen für die
  • Wir bieten soziale Dienstleistungen mit hoher Qualität für alle
  • Wir handeln in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und internationaler Verant- wortung und setzen uns nachhaltig für einen sorgsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen
  • Wir wahren die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit unseres Verbandes; wir ge- währleisten Transparenz und Kontrolle unserer
  • Wir sind fachlich kompetent, innovativ, verlässlich und sichern dies durch unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und

Unser Leitbild

Wir bestimmen - vor unserem geschichtlichen Hintergrund als Teil der Arbeiterbe- wegung - unser Handeln durch die Werte des freiheitlich-demokratischen Sozialis- mus: Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.

Der freiheitlich-demokratische Sozialismus ist wichtige Orientierung der Arbeiterwohlfahrt seit ihrer Gründung. Seine Werte haben nichts an Aktualität und Bedeutung verloren.

  • Solidarität bedeutet, über Rechtsverpflichtungen hinaus durch praktisches Handeln füreinander ein zu Wir können nur dann menschlich und in Frieden mitein- ander leben, wenn das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes von der Politik umge- setzt wird, wenn wir für einander einstehen und die Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal anderer überwinden. Wer in Not gerät, kann sich auf die Solidarität der Arbeiterwohlfahrt verlassen. Solidarität ist auch Stärke im Kampf um das Recht.
  • Toleranz bedeutet nicht nur, andere Denk- und Verhaltensweisen zu dulden, son- dern sich dafür einzusetzen, dass jedermann und besonders Minderheiten sich frei äußern können, in ihrer Religion und Weltanschauung nicht eingeschränkt werden und so leben können, wie sie es für angemessen halten. Toleranz endet dort, wo sie Gefahr läuft, missachtet und missbraucht zu Solchen Gefahren stellt sich die Arbeiterwohlfahrt entgegen.
  • Freiheit ist die Freiheit eines jeden, auch des Andersdenkenden.Freiheit bedeutet, frei zu sein von entwürdigenden Abhängigkeiten, von Not und Furcht. Freiheit bedeutet, die Möglichkeit zu haben, individuelle Fähigkeiten zu ent- falten und an der Entwicklung eines demokratischen, sozial gerechten Gemeinwe- sens mitzuwirken. Nur wer sich sozial gesichert weiß, kann die Chancen der Frei- heit nutzen.
  • Gleichheit gründet in der gleichen Würde aller Sie verlangt gleiche Rechte vor dem Gesetz, gleiche Chancen, am politischen und sozialen Geschehen teilzunehmen, das Recht auf soziale Sicherung und die gesellschaftliche Gleichstel- lung von Frau und Mann.
  • Gerechtigkeit fordert einen Ausgleich in der Verteilung von Arbeit und Einkommen, Eigentum und Macht, aber auch im Zugang zu Bildung, Ausbildung und Kultur.

Wir sind ein Mitgliederverband, der für eine sozial gerechte Gesellschaft kämpft und politisch Einfluss nimmt. Dieses Ziel verfolgen wir mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen.

Die Arbeiterwohlfahrt beteiligt sich in allen gesellschaftlichen Bereichen und auf allen poli- tischen Ebenen an Entscheidungsprozessen. Als Spitzenverband der Freien Wohlfahrts- pflege wirkt sie insbesondere an der Gestaltung der Sozialpolitik und bei der Lösung so- zialer Probleme mit und nimmt Einfluss auf die Sozialgesetzgebung. Die Arbeiterwohlfahrt betont dabei den Vorrang der staatlichen und kommunalen Verantwortung für die Erfüllung des Anspruchs auf soziale Hilfen, auf Erziehung und Bildung sowie für die Planung und Entwicklung eines zeitgerechten Systems sozialer Dienste und Einrichtungen.

Sie fördert staatsbürgerliche Verantwortung und mitbürgerliche Gesinnung.

Die Arbeiterwohlfahrt unterstützt und fördert den Selbsthilfegedanken und die Selbsthilfe- bewegungen. Sie versteht sich weiter als sozialpolitische Interessenvertretung aller Men- schen, insbesondere jener, die sich allein kein Gehör verschaffen können. Ehrenamtlich und hauptamtlich Tätige arbeiten hierbei kollegial zusammen.

Wir fördern demokratisches und soziales Denken und Handeln. Wir haben gesell- schaftliche Visionen.

Wir bekennen uns zur freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung. Ihre Existenz ist eine zwingende Voraussetzung für unsere Arbeit. Ihre Prinzipien sind unverzichtbare Grundlagen unseres Handelns. Entsprechend ist die Arbeiterwohlfahrt vereinsrechtlich organisiert, demokratisch und föderativ aufgebaut; die verbandspolitische Willensbildung geht von den Mitgliedern aus. In unseren Verbandsgliederungen, Einrichtungen und ins- besondere innerhalb unseres Kinder- und Jugendverbandes, dem AWO-Jugendwerk, eröffnen wir Kindern, Jugendlichen und sozial engagierten jungen Erwachsenen eigenstän- dige Betätigungs- und Beteiligungsrechte.

Wir fördern eine neue Kultur, einen neuen Gesellschaftsvertrag für das friedliche und soli- darische Zusammenleben und Zusammenwirken der Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Wir entwickeln Alternativen zu übersteigerten Formen des Individualismus im gesellschaftlichen Leben. Dafür wollen wir den ganzen Einsatz unserer Einrichtungen, Dienste, unserer Mitglieder und unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen.

Wir unterstützen Menschen, ihr Leben eigenständig und verantwortlich zu gestalten und fördern alternative Lebenskonzepte.

Maßstab für das Handeln der Arbeiterwohlfahrt sind die Lebenslagen, Bedürfnisse, Erwar- tungen und eigenen Möglichkeiten der Menschen. Wer mit einem Anliegen zu uns kommt, bleibt in der Selbstverantwortung für sein Handeln. Wir beraten und unterstützen mit dem Ziel, die Eigeninitiative zu erhalten und zu stärken. Wir helfen Menschen, ihre persönliche Lebensplanung zu entwickeln und den dafür geeigneten Weg zu finden.

Wir praktizieren Solidarität und stärken die Verantwortung der Menschen für die Gemeinschaft.

Wir stehen für solidarische Hilfe zur Selbsthilfe. Wir gewähren Rat, Unterstützung und Hil- fen, unabhängig von ethnischer Herkunft, Nationalität, Religion, Weltanschauung oder Ge- schlecht. Die Arbeiterwohlfahrt wendet sich Menschen zu, die Hilfe und Unterstützung in gelebter Solidarität benötigen. Die Arbeiterwohlfahrt schafft die Voraussetzungen für tätige Mitarbeit in der Gesellschaft durch freiwilliges Engagement.

Wir bieten soziale Dienstleistungen mit hoher Qualität für alle an.

Fachliches und kompetentes Handeln und Verlässlichkeit in unseren Entscheidungen sind unverzichtbar. Sie bestimmen den Erfolg, das Ansehen und die Glaubwürdigkeit des Ver- bandes in der Öffentlichkeit, bei den Mitgliedern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbei- tern.

Für ihren humanitär-politisch begründeten Beitrag zum Sozialstaat bedarf die Arbeiter- wohlfahrt des kooperativen Zusammenwirkens von ehren- und hauptamtlicher Arbeit. Bei- de Bereiche sind gleichbedeutend und profitieren voneinander. Dafür müssen geeignete Regeln und Arbeitswege geschaffen und beachtet werden. Die Förderung des ehrenamtli- chen Bereichs dient der Zukunftssicherung der Arbeiterwohlfahrt.

Wir handeln in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und internationaler Verant- wortung und setzen uns nachhaltig für einen sorgsamen Umgang mit vorhandenen Ressourcen ein.

Der Arbeiterwohlfahrt sind die Zusammenhänge zwischen Sozialem, Bildung, Wirtschaft, Gesundheit und Umwelt auch im globalen Maßstab bewusst.

Wirtschaftliche Stabilität ist für uns eine wichtige Grundlage des sozialen Zusammenhalts in der Gesellschaft. Daher erwarten wir von den Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik, daß sie bei ihren Entscheidungen die Belange der Menschen in den Vordergrund stellen.

Die Arbeiterwohlfahrt fördert die internationale Zusammenarbeit mit dem Ziel eines friedli- chen Zusammenlebens der Völker. Außerdem wollen wir mithelfen, die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen und in ihrer Globalisierung sozial beherrschbar zu machen. Bausteine dazu sind unsere aktive Mitgliedschaft in den internationalen Zusammenschlüs- sen der Arbeiterbewegung wie "SOLIDAR", "AWO International" und unsere Projekte in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

Auch in der Verbandsarbeit und bei unserer wirtschaftlichen Tätigkeit folgen wir einer nachhaltigen Umwelt-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik.

Wir wahren die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit unseres Verbandes; wir ge- währleisten Transparenz und Kontrolle unserer Arbeit.

Wir handeln wirtschaftlich und machen unsere Arbeit durchschaubar.

Die Arbeiterwohlfahrt als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege arbeitet nach be- triebswirtschaftlichen Grundsätzen und fachlichen Standards. Sie bewertet ihren Erfolg aber nicht allein an den Betriebsergebnissen.

Für die Arbeiterwohlfahrt steht der Mensch im Mittelpunkt. Bei allen betriebswirtschaftli- chen Erfordernissen sind für uns die soziale Verantwortung und die Orientierung am Ge- meinwesen bestimmend. Die Betriebswirtschaft hat dienende Funktion.

Ihre Aktivitäten finanziert die Arbeiterwohlfahrt aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, öffentli- chen Zuwendungen und Entgelten für Dienstleistungen. Wir kontrollieren deren sachge- rechte und rechtmäßige Verwendung durch interne und externe Prüfungen und Beratun- gen. Wir legen regelmäßig auch der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft über unsere Tätigkeit ab.

Wir entlassen die öffentliche Hand nicht aus ihrer Verantwortung für die Grundsicherung der sozialen Arbeit.

Wir sind fachlich kompetent, innovativ, verlässlich und sichern dies durch unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Arbeiterwohlfahrt legt großen Wert auf die stetige fachliche und persönliche Entwick- lung ihrer ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch interne und externe Qualifizierungsmaßnahmen. Sie motiviert zum ehrenamtlichen Mitarbeiten, fordert Einsatz und fördert Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Bei der Weiterentwick- lung und Erneuerung des Verbandes wird die Mitarbeiterschaft beteiligt. Unsere Arbeits- strukturen gestalten wir kooperativ, human, funktional und wirtschaftlich. Nur wenn diese Ansprüche in der Praxis umgesetzt werden, können sich Mitglieder und ehren- und haupt- amtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Verband identifizieren.

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