Von Armut Betroffenen eine Stimme geben

AWO Reutlingen beteiligt sich am Aktionstag auf dem Marktplatz

Beim diesjährigen Aktionstag gegen Armut auf dem Reutlinger Marktplatz informierten mehrere
Wohlfahrtsverbände – darunter AWO, Caritas, Diakonie, DRK und der Paritätische – über die Situation armutsbetroffener Menschen
und die dringend notwendigen Unterstützungsangebote.

 

Carola Basolo von der Caritas erinnerte daran, dass bundesweit rund 13 Millionen Menschen in Armut leben – darunter
jedes fünfte Kind. Auch in Reutlingen steige die Zahl der Haushalte, die trotz Einkommen kaum über die Runden kommen.AWO-Fachbereichsleiterin Heike Hein sowie Eva Danso berichteten, dass Armut häufig mit weiteren Belastungen
verbunden ist: steigende Mieten, gesundheitliche Einschränkungen, digitale Hürden und bürokratische Hindernisse.
Viele Betroffene seien mehrfach belastet und benötigten kontinuierliche Unterstützung.

Strukturelle Herausforderungen

Die Fachkräfte kritisierten fehlenden bezahlbaren Wohnraum, zu wenige Kita-Plätze, komplexe Antragsverfahren und
zunehmende Digitalisierung ohne ausreichende Begleitung. Besonders Menschen mit wenig Erfahrung im Umgang mit digitalen
Angeboten seien dadurch benachteiligt.

Prävention und politischer Handlungsbedarf

Im gemeinsamen Fazit betonten die Verbände, dass Armut nicht allein individuelles Schicksal sei, sondern eine Aufgabe der
gesamten Gesellschaft. Prävention, niedrigschwellige Hilfen und mehr sozialer Wohnraum seien unerlässlich, um Armut dauerhaft
zu bekämpfen.

Über den Aktionstag berichtete auch der Sender RTF.1. Den Videobeitrag finden Sie hier:

👉 Zum Video von RTF.1

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