Presseartikel und Medienbeiträge:

Wanderausstellung Kunst trotz(t) Ausgrenzung: Auf Augenhöhe  – 4 Tonbüsten von Harald Birck / von links nach rechts: Dr. Ulrich Bausch Geschäftsführer VHS; Andreas Pitz Kurator der Ausstellung; Jana Pape Referentin für Öffentlichkeitsarbeit Kreissparkasse; Ulrich Högel Geschäftsführer AWO; Bettina Kupferschmidt Sozialarbeiterin und Kunstbeauftragte AWO; Foto: Thomas Becker, vhsrt.

Die AWO trotzt Ausgrenzung!

Die Arbeiterwohlfahrt Reutlingen feiert 2021 ihren 100sten Geburtstag. Im Rahmen unseres Jubiläums präsentieren wir die Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ der Diakonie Deutschland, vom 3. Mai bis 3. Juli 2021 in der Volkshochschule Reutlingen. Wir freuen uns über die Möglichkeit, diese künstlerische Absage an jegliche Form von Ausgrenzung, in Reutlingen zeigen zu dürfen. Besten Dank an Dr. Ulrich Bausch und sein VHS-Team.

Aktuell ist noch nicht absehbar wann die Ausstellung der Öffentlichkeit gezeigt werden kann. Aber allen Widrigkeiten zum Trotz haben wir am 30.04.2021 bei einem Presserundgang, die Wanderausstellung „medial“ eröffnet.

Wanderausstellung Kunst trotz(t) Ausgrenzung

Einführung von Andreas Pitz (Kurator der Wanderausstellung)

Die Ausstellung erteilt eine künstlerische Absage an Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus, an Ideologien von angeblicher Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen. An diesem Projekt beteiligen sich Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft. Gemeinsam fordern sie den Betrachter dazu heraus, sich mit der Gestaltung einer offenen, vielfältigen und inklusiven Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Klaus Staeck, der bekannte linke Grafiker aus Heidelberg und langjährige Präsident der Akademie der Künste hat bereits 1994, nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Hoyerswerda und Rostock-Lichterhagen, unter dem Motto FLAGGE ZEIGEN Kunstschaffende aufgefordert, mit künstlerischen Mitteln auf diese furchtbaren Ereignisse zu reagieren. In unserer Ausstellung präsentieren wir 20 Druckgrafiken aus dieser Aktion, unter anderem von Max Bill, Christo, A.R. Penck, Rosemarie Trockel, Günter Uecker und Tomi Ungerer.

Der Fotograf Klaus Kohn hat sieben großformatige Portraits beigesteuert. Gezeigt werden Menschen, die sich in Haltung, Kleidung und vermutlich auch Denkweisen voneinander abheben und abgrenzen – in dieser Fotoserie treten sie miteinander und mit den Betrachtenden in einen neuen Dialog und stehen für Vielfalt, Toleranz sowie Offenheit für unterschiedliche Lebensentwürfe.

Andreas Felger, Herr Penschuck und Rose Stach haben sich in ihren Arbeiten auf unterschiedliche, aber sehr eindrucksvolle Weise mit dem Holocaust und der Schoah auseinandergesetzt. Tammam Azzam ist mit fünf Arbeiten vertreten.

Der syrische Künstler hat mit seiner digitalen Fotoreihe „Syrian Museum“ und seinen aktuellen Papiercollagen die Kriegsschauplätze in Syrien in ungewohnter Art und Weise neu sichtbar gemacht und damit international für Aufmerksamkeit gesorgt.

Unter Anleitung der Bildhauerin Margit Schötschel haben Menschen mit Behinderung ausdrucksstarke Köpfe und Büsten aus Ton modelliert, die in Bronze gegossen wurden. Die hohe plastische und künstlerische Qualität zeugt von den enormen kreativen Potentialen von Menschen mit Behinderung.

Harald Birck, Göran Gnaudschun, Georg Kleber und Helmut Mair haben sich an die Ränder unserer Gesellschaft begeben und Menschen, die von Obdachlosigkeit und extremer Armut betroffen sind, in würdevoller Art portraitiert. Sie lassen ihnen damit die Aufmerksamkeit zuteilwerden, die ihnen sonst verwehrt wird.

Die Arbeiten von Julia Krahn und Ichiharu Yamada setzen sich auf provokante Art und Weise mit unseren bürgerlichen Vorstellungen von Sexualität und Schönheitsidealen auseinander. Aus diesen Beschreibungen einzelner künstlerischer Positionen lässt sich die Bandbreite des Ausstellungsprojektes erahnen. Gewinnen Sie neue Perspektiven auf eine Gesellschaft der Vielfalt und finden Sie Ihren eigenen Standpunkt in einer zentralen politischen Debatte.

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